Kinder sollen rauchfrei leben !

Kinder sollen rauchfrei leben !

Kinder sind durch Tabakrauch zweifach gefährdet.
Der junge, sich entwickelnde Organismus reagiert
auf die beim Rauchen freigesetzten Gifte besonders sensibel.
Akute und chronische Krankheiten sind bei Kindern
rauchender Eltern häufiger und verlaufen ungünstiger
als bei Kindern, deren Eltern nicht rauchen.
Zum anderen gewöhnen sich Kinder bereits im Säuglingsalter
an Tabakrauch und nehmen ihn als Zeichen elterlicher
Anwesenheit und Zuwendung wahr.

Für das kleine Wesen sind die Eltern sehr wichtig,
der Geruch von Tabak wird daher zu einem bedeutenden Signal,
auf das es mit positiven Gefühlen reagiert.
So wird schon sehr früh die natürliche Abwehr gegen Tabakrauch gebrochen.

Für unsere Forderung nach einer rauchfreien Umwelt für Kinder
gibt es schwer wiegende medizinische
und gesundheitserzieherische Gründe.

Das Verhalten der Eltern und anderer wichtiger Bezugspersonen
hat wesentlichen Einfluss auf das Verhalten der Kinder jetzt und später.
Kinder lernen schließlich von ihren Vorbildern - mehr durch Nachahmung
als durch Belehrung.

Leider lernt der weit überwiegende Teil aller Kinder das Rauchen
bereits im Elternhaus oder im Verwandtenkreis als "normales"
Erwachsenenverhalten kennen.

Der Einfluss des Rauchverhaltens von Bezugspersonen auf das spätere
Rauchverhalten der Kinder ist statistisch überzeugend nachgewiesen.

So wird die spätere Raucherkarriere im Elternhaus bereits vorbereitet.
Allerdings ist es für den Gesetzgeber schwierig,
die Verhältnisse im Elternhaus entscheidend zu beeinflussen.
Es bleibt nur der Weg über die Verhaltensprävention.

Eltern müssen von kompetenter Seite darüber aufgeklärt werden,
wie sie ihren Kindern durch ihr Rauchverhalten schaden.
Die günstigste Zeit für solcherart Aufklärung
ist die Schwangerschaft und das Säuglingsalter.
Hier befinden sich Eltern und Kind unter regelmäßiger
ärztlicher Betreuung und Kontrolle.

Der Gesetzgeber muss allerdings die behandelnden Ärzte dazu verpflichten,
in diesem Sinne auf die Eltern einzuwirken
und ihnen die erforderliche Hilfe bei der Raucherentwöhnung
zu geben oder zu vermitteln.

Wenn das Kind in die Kinderkrippe oder in den Kindergarten kommt,
so soll es dort eine rauchfreie Welt und rauchfreie Bezugspersonen vorfinden.

Die rauchfreie Umwelt ist für dessen Schutz unabdingbar
und gehört zu den Fürsorgepflichten der Einrichtung.
Es genügt aber nicht, wenn die betreuenden und erziehenden Personen
lediglich in den Räumen auf das Rauchen verzichten,
in denen sich die Kinder aufhalten.
Von den Aufenthaltsräumen des Personals kann der Tabakrauch
durchaus bis in die Spiel- und Schlafräume der Kinder vordringen.
Noch schlimmer aber ist, wenn das Kind spürt: Meine Lieblingstante hat geraucht!

Kleidung und Atem verraten noch lange nach der Raucherpause
den Ausflug in die Welt der Drogen.

Auf ein sensibles Kind wirkt diese Situation anziehend und abstoßend zugleich.
Seine Gefühle geraten in Konflikt.Um die Kinder vor den Gefahren
des Tabakrauches zu schützen und - auch das ist wichtig -
um sie vor den Anfechtungen des Rauchens zu bewahren,
müssen wir vom Gesetzgeber ein totales Rauchverbot
in Kinderkrippen und Kindergärten fordern.

Ebenso wie die Eltern sind die Betreuungspersonen in diesen
Einrichtungen Vorbilder, an denen die Kinder ihr späteres Verhalten ausrichten.

Die Betreuer sollen aber nicht nur auf die Kinder vorbildhaft-erzieherisch einwirken,
sondern auch auf die Eltern.
Betreuer und Eltern müssen in der Erziehung an einem Strang ziehen.

Beide Parteien sollten den Kindern auch rauchfreie Vorbilder sein.
Wenn es nicht gelingt, die Eltern zum Verzicht auf das Rauchen zu bewegen,
so sollten sie wenigstens dazu motiviert werden,
niemals in Gegenwart ihrer Kinder zu rauchen.

Eltern sollten auch den Mut haben, ihr Rauchverhalten den Kindern
gegenüber als persönliche Schwäche einzugestehen.
Schon im Vorschulalter sollen unsere Kinder erfahren:
Rauchfrei lebt sich´s am besten!

Dr. Wolfgang Schwarz

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